Fachkräftemangel im Baugewerbe: Was jetzt wirklich hilft – und was nicht

November 2025 - Autor: brandAktuell AG / smartconext

Die Schweizer Bau- und Handwerksbranche steht unter massivem Druck. Ob Sanitär, Elektro, Heizung, Lüftung, Tiefbau, Hochbau oder Ingenieurwesen – der Fachkräftemangel trifft inzwischen alle Gewerke. Aufträge sind genug da, Projekte müssen umgesetzt werden, doch die verfügbaren Fachkräfte reichen längst nicht mehr aus. Für viele KMU wird die Rekrutierung selbst zur Dauerbaustelle.

Bei smartconext hören wir täglich von Unternehmern, Planern und Bauherren, die verzweifelt nach Personal suchen. Deshalb fokussiert dieser Beitrag nicht auf Theorien – sondern auf praxisbewährte Lösungen, die heute wirklich funktionieren.

Warum der Fachkräftemangel die Baubranche besonders hart trifft

Die Engpässe sind bekannt – aber die Mechanik dahinter wird oft unterschätzt. Kurz zusammengefasst:

1. Viele Bewerbungen – aber kaum qualifizierte Fachkräfte

KMU erhalten zwar Dossiers. Nur leider zu oft von Personen ohne Ausbildung oder mit völlig falschem Profil. Zeit zum Schulen? Fehlanzeige. Die Teams sind ohnehin am Anschlag.

2. EFZ-Fachpersonen wechseln kaum noch

Wer heute ein EFZ im Baugewerbe hat, bekommt wöchentlich Angebote. Gute Leute bleiben deshalb meist dort, wo sie sind.

3. Temporärbüros & Vermittler funktionieren nicht mehr

Die gleichen Kandidaten werden seit Jahren im Kreis gereicht. Wer echte Fachkräfte sucht, findet sie nicht in Datenbanken.

4. Inserate laufen ins Leere

Handwerker sehen keine Stellenanzeigen mehr. Sie sind nicht auf Jobportalen unterwegs – die Branche rekrutiert an den falschen Orten.

Fazit an dieser Stelle:
Unternehmen brauchen Lösungen, mit denen qualifizierte Fachkräfte erreicht werden – und keine Systeme, die nur das Verwalten von unpassenden Bewerbungen erleichtern.

Was heute tatsächlich funktioniert – erprobte Strategien aus 260+ Rekrutierungsprojekten

brandAktuell AG hat in den letzten fünf Jahren über 260 Schweizer Unternehmen bei der Fachkräftegewinnung begleitet – 70% davon aus dem Bau- und Baunebengewerbe. Aus diesem Erfahrungsschatz zeigen sich klare Muster:

1. Rekrutiert dort, wo eure Fachkräfte wirklich sind

Nicht überall gleichzeitig – sondern gezielt. Instagram, Facebook, TikTok oder LinkedIn: Die Wahl hängt vom Beruf ab. Ein Lüftungsmonteur ist nicht dort, wo ein Bauingenieur unterwegs ist.

2. Kontinuierliche Sichtbarkeit schlägt spontane Stellenanzeige

Fachkräfte sind kaum wechselwillig. Wenn sie es doch sind, öffnet sich ein Zeitfenster von wenigen Tagen. Wer dann nicht sichtbar ist, verliert. Wer dauerhaft präsent ist, gewinnt.

3. Arbeitgeberpositionierung statt 08/15-Inserat

5 Wochen Ferien überzeugen niemanden mehr. Was KMU aber haben: Kultur, Nähe, direkte Wertschätzung.
Genau das ist der Vorteil, den Konzerne nicht kopieren können.

4. Ein Bewerbungsprozess, der nicht aus dem Jahr 1994 stammt

Keine PDFs, keine 10-minütigen Formulare. Bewerben muss so einfach sein wie eine WhatsApp-Nachricht – mobil, schnell, friktionslos. Alles, was länger als eine Minute dauert, vernichtet Bewerbungen.

5. Reagiert innerhalb von 24 Stunden

Die Kontaktaufnahme muss sofort erfolgen. Wartet das Unternehmen zwei Tage, hat der Mitbewerber längst eingeladen.

6. Micro-Targeting statt Streuverlust

Ein Projektleiter hat andere Wechselmotive als ein Monteur. Eine junge EFZ-Fachkraft tickt anders als jemand mit 20 Jahren Berufserfahrung.

Wer diese Unterschiede gezielt anspricht, gewinnt:

  • hochqualifizierte Bewerbungen

  • klare Reduktion der Streuverluste

Fallstudien aus der Schweizer Baupraxis

Drei Beispiele, die zeigen, wie unterschiedlich der Ausgangspunkt sein kann – und wie ähnlich der Erfolgsweg ist.

Fallstudie 1: Störi AG – Servicetechniker Elektro EFZ

Ein extrem schwieriges Profil, jahrelang ohne Erfolg rekrutiert.
Lösung: Definition und Umsetzung Social-Recruiting-Strategie
8 erfolgreiche Einstellungen in drei Jahren

Fallstudie 2: Schönenberger & Partner AG – Sanitär/Heizung

30 Jahre Erfahrung, aber keine Bewerbungen mehr über klassische Kanäle.
Lösung: Digitale Kampagne für EFZ-Fachkräfte
21 qualifizierte Bewerbungen in 18 Tagen
2 Einstellungen

Fallstudie 3: Gebr. Mengis AG – Projektleiter Tief- & Geotechnik

Schwerstes Profil der Branche.
Lösung: Durch langfristige Sichtbarkeit und Zielgruppenansprache:
2 Projektleiter eingestellt
Ehemals als «unmöglich» deklarierte Position erfolgreich besetzt

Fazit: Der Fachkräftemangel ist real – aber lösbar

Die Baubranche braucht keine Theorien, sondern funktionierende Strategien. Die Realität zeigt: Wer sichtbar ist, gewinnt. Wer unsichtbar bleibt, verliert.

In einem Markt, in dem EFZ-Fachkräfte täglich mehrere Angebote erhalten, entscheidet nicht mehr die Stellenanzeige – sondern:

  • moderne digitale Sichtbarkeit

  • echte Arbeitgeberidentität

  • ein friktionsloser Bewerbungsprozess

  • schnelle, verbindliche Kommunikation

Die, die das früh erkennen, sichern sich die besten Fachkräfte – und werden langfristig die Gewinner des Markts sein.

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