2024 – Wohin steuert die Schweizer Baubranche?

Dezember 2023 - Autor: smartconext AG

Die Baubranche in der Schweiz hat eine viele Jahre faszinierende Entwicklung durchlaufen. Spätestens 2023 hat sich das Blatt für viele gewendet. Und selbst für jene, für die es heute noch gut läuft, bringt  das Jahr 2024 viele Fragezeichen, Herausforderungen und Chancen mit. Von innovativen Bautechnologien bis hin zu nachhaltigen Bauprojekten gibt es zahlreiche Trends, die das Gesicht der Baubranche verändern und prägen werden. Wir haben die wichtigsten Themen zusammgengefasst.

Rückgang der Bautätigkeit und Auswirkungen auf Hersteller und Handwerker

Bereits im Jahr 2023 machte sich ein spürbarer Rückgang der Bautätigkeit für Hersteller bemerkbar, und dieser Trend wird sich voraussichtlich im Jahr 2024 fortsetzen und auch auf Handwerker auswirken. Einige Hersteller von Baumaterialien sahen sich mit einem Nachfragerückgang konfrontiert, der durch verschiedene Faktoren wie Lieferengpässe, gestiegene Materialkosten, Rückgang der Bautätigkeit und Unsicherheiten aufgrund geopolitischer Ereignisse verstärkt wurde. Diese Herausforderungen könnten sich nun verstärkt auf die Handwerker in der Baubranche auswirken, indem sie möglicherweise weniger Aufträge erhalten und Umsatzeinbussen verzeichnen.

Digitalisierung und Technologie

In einer zunehmend digitalisierten Welt ist die Baubranche keine Ausnahme. Im Jahr 2024 werden sich digitale Technologien im Bauprozess weiter durchsetzen und mehr und mehr etablieren. Der Einsatz von BIM (Building Information Modeling) hat sich weiterentwickelt und ist zu einem integralen Bestandteil vieler Bauprojekte geworden. Dies ermöglicht eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Architekten, Ingenieuren und Bauunternehmen sowie eine effizientere Planung und Ausführung.

 

Innovative Bautechnologien

Die Baubranche erfährt einen Wandel durch innovative Technologien. Von modularen Bauelementen bis hin zu 3D-Druck im Bauwesen gibt es eine Vielzahl von Techniken, die die Effizienz steigern und die Baukosten senken können. Durch die Implementierung solcher Technologien können Bauprojekte schneller abgeschlossen und gleichzeitig die Qualität verbessert werden.

Nachhaltigkeit als Priorität

Nachhaltiges Bauen ist nicht mehr nur ein Trend, sondern eine Notwendigkeit. Die Schweiz setzt verstärkt auf umweltfreundliche Bauprojekte und grüne Initiativen. Die Verwendung nachhaltiger Baumaterialien, der Einsatz erneuerbarer Energien und die Integration umweltfreundlicher Technologien sind entscheidende Elemente, die in den Fokus rücken. Die sogenannte Kreislaufwirtschaft ist auch in der Baubranche in aller Munde, ist sie nicht zuletzt eine der Branchen mit dem höchsten CO2-Ausstoss überhaupt.

 

Urbanisierung und Wohnraum

Die Urbanisierungstrends setzen sich fort, und die Nachfrage nach Wohnraum in städtischen Gebieten bleibt hoch. Dies führt zu neuen Herausforderungen, aber auch zu Chancen für die Baubranche. Der Bedarf an intelligenten städtebaulichen Konzepten und bezahlbarem Wohnraum ist grösser denn je. Neue Bauprojekte konzentrieren sich vermehrt auf multifunktionale Gebäude und Stadtentwicklungsprojekte, die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Bedürfnissen gerecht werden.

Fachkräftemangel und Ausbildung

Die Branche steht auch vor der Herausforderung des Arbeitskräftemangels. Es wird zunehmend schwieriger, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden, was die Notwendigkeit einer verstärkten Ausbildung und Förderung von Fachkräften hervorhebt. Die Einführung von Schulungsprogrammen und Initiativen zur Förderung von Berufen im Baugewerbe ist daher von grosser Bedeutung und dessen Entwicklung wird im 2024 sicher weiter vorangetrieben werden (müssen).

 

Zinssenkung im Sommer

Die Entwicklung der Bautätigkeit ist rückläufig, was in der Branche Besorgnis auslöst. Doch die erwartete Zinssenkung im Sommer 2024 könnte eine potenzielle Wende bringen und die Baukonjunktur wieder ankurbeln. Eine solche Massnahme könnte Investitionen in Bauvorhaben attraktiver machen und die Finanzierungskosten für Bauherren und Investoren senken. Dies könnte zu einem Anstieg der Bauprojekte führen und die Nachfrage nach Bauleistungen wiederbeleben. Allerdings bleibt abzuwarten, ob diese Zinssenkungen tatsächlich kommen werden und inwieweit sie die Bauaktivitäten tatsächlich beeinflussen werden, da auch andere Faktoren wie geopolitische Entwicklungen und wirtschaftliche Unsicherheiten eine Rolle spielen können.

Fazit und Ausblick 2024

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Schweizer Baubranche im Jahr 2024 in eine herausfordernde und anspruchsvolle, aber nicht gänzlich düstere Zukunft blickt. Die Integration von Technologie, Nachhaltigkeit und die Anpassung an die Bedürfnisse einer sich verändernden Gesellschaft sind entscheidende Faktoren, die über den Erfolg und die Richtung der Branche in den kommenden Jahren entscheiden werden. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Trends weiterentwickeln und welche neuen Innovationen die Baubranche vorantreiben werden.

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